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Ratgeber

Inbound und Outbound:
zwei verschiedene Aufgaben.

5 Minuten Lesezeit

Die Begriffe klingen nach zwei Richtungen derselben Sache. Tatsächlich unterscheiden sie sich in fast allem: in der Ausgangslage des Gesprächs, in der nötigen Vorbereitung und — am wichtigsten — in dem, was rechtlich erlaubt ist.

Inbound: Der Anrufer hat ein Anliegen

Bei eingehenden Anrufen ist die Aufmerksamkeit geschenkt. Jemand will etwas von Ihnen, und die Aufgabe besteht darin, ihn nicht zu enttäuschen: schnell abnehmen, das Anliegen erfassen, entweder lösen oder sauber weitergeben.

Die Vorbereitung besteht aus dem Leitfaden: Was wird gefragt, was ist die Antwort, wann wird weitergeleitet? Der Erfolg misst sich daran, wie viele Anliegen ohne Rückruf erledigt sind.

Outbound: Sie unterbrechen jemanden

Bei ausgehenden Anrufen ist die Ausgangslage umgekehrt. Der Angerufene hat gerade etwas anderes vor, und das erste, was er entscheidet, ist, ob das Gespräch überhaupt stattfindet.

Entsprechend anders ist die Vorbereitung: Es geht um den Anlass, um den ersten Satz und um die Frage, warum ausgerechnet jetzt. Ein Outbound-Gespräch ohne konkreten Bezug wird als Störung erlebt — und beschädigt die Beziehung, die es aufbauen sollte.

Der rechtliche Unterschied ist erheblich

Hier liegt der Punkt, der die meisten Projekte betrifft. Für Werbeanrufe gelten in Deutschland enge Regeln: Bei Privatpersonen ist eine vorherige ausdrückliche Einwilligung nötig, bei Unternehmen genügt unter Umständen eine mutmaßliche Einwilligung — was in der Praxis deutlich enger ist, als es klingt.

Rückrufe auf eine Anfrage oder rein organisatorische Anrufe wie Terminbestätigungen sind etwas anderes als Kaltakquise. Werbliche Anrufe bei Bestandskunden brauchen gegenüber Verbrauchern dennoch eine vorherige ausdrückliche Einwilligung; gegenüber Unternehmen muss ein konkretes sachliches Interesse vermutet werden dürfen. Wer Outbound plant, sollte die eigene Konstellation prüfen lassen, bevor der erste Anruf herausgeht — Verstöße sind abmahnfähig und können Bußgelder auslösen.

Was das für die Zusammenarbeit bedeutet

Inbound lässt sich in aller Regel ohne rechtliche Vorprüfung starten: Wer bei Ihnen anruft, will erreicht werden. Outbound braucht davor eine saubere Grundlage — welche Kontakte auf welcher Basis angerufen werden dürfen, und wie das dokumentiert ist.

Ein Dienstleister, der Outbound anbietet, ohne diese Frage zu stellen, ist kein guter Partner. Die Verantwortung bleibt beim Auftraggeber.

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